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Funktionales Assessment


Um Interventionen im Sinne der Positiven Verhaltensunterstützung zu entwickeln, müssen zunächst das problematische Verhalten selbst und die Kontextbedingungen genau beschrieben und analysiert werden. Einer solchen Erfassung dient ein so genanntes „funktionales Assessment”. Assessment bezeichnet eine Einschätzung von Personen und Situationen, die im Gegensatz zur klassisch Diagnostik Festschreibungen und (stigmatisierende) Urteile zu vermeiden versucht. Diese Analyse umfasst zwei zentrale Teile:

Beim indirekten Assessment werden gemäß der oben genannten systemischen Grundorientierung Informationen zum gesamten Kontext gesammelt, in dem das problematische Verhalten steht. Dazu zählen bspw. Umfeldbedingungen, Erwartungen der Bezugs- oder Umkreispersonen aber auch kommunikative Fähigkeiten, Stärken, Ressourcen und Lebensziele der betroffenen Person. Außerdem werden auch konfliktfreie Zeiten (das heißt Zeiten in denen keine Verhaltensaufälligkeiten beobachtet werden) analysiert.

Das direkte Assessment fokussiert die konkrete Problemsituation, wobei systematische Verhaltensbeobachtungen im Vordergrund stehen. Dabei empfiehlt es sich eine Systematik zu nutzen, die die Beobachtungen ordnet. In Anlehnung an die englischsprachigen Begriffe wird vom so genannten S-A-B-C-Schema gesprochen. Dieses Schema sieht die Erfassung:

  • der hintergründigen Ereignisse (setting events),

  • der auslösenden Bedingungen (antecedent conditions),

  • des Problemverhaltens selbst (behavior) und

  • der Konsequenzen (consequences)

vor, die zusammen die Datengrundlage zur Entwicklung von Hypothesen bilden. Zur konkreten Erfassung ist es hilfreich Strichlisten zu entwerfen und systematisch zu verwenden, um die Häufigkeit, Dauer und Intensität des auffälligen Verhaltens zu erfassen. Diese Listen sind außerdem nützlich, wenn die Wirksamkeit der eigenen Interventionen geprüft werden soll.



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